„Die letzten Stimmen des Holocaust“ - Louis Pawellek mit seinem Projekt zu Gast in der Wirtschaftsschule
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SCHWABACH: Am 12.03.2026 besuchte der 26-jährige Autor und Erzieher Louis Pawellek mit einem sehr authentischen und zum Innehalten anregenden Vortrag die 9. und 10. Klassen der Wirtschaftsschule in der Aula. Er hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, die letzten Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz zu finden und diese mittlerweile sehr alten Menschen darin zu unterstützen, ihre Geschichten zu erzählen und zu dokumentieren.
Er begann mit seinem eigenen Werdegang, als er auf dem Heimweg von der Schule eine ältere Dame in der Nachbarschaft kennenlernte, die eine dieser Überlebenden gewesen ist, und ihm ihre Geschichte mit einem Auftrag vermachte: „Mach was draus!“ In der Folgezeit besuchte Pawellek, selbst polnischer Abstammung, das KZ Auschwitz, baute sich ein Netzwerk mit der dortigen Gedenkstätte auf und produzierte erste Videos für seine jugendliche Zielgruppe auf den beliebtesten Social Media-Kanälen.
Sehr interessant gestaltete er seinen inhaltlichen Vortrag, der nach den allgemeinen Infos über das Lager tiefer auf die einzelnen Bereiche und Einrichtungen im Lager einging. So vermittelte er den Schülerinnen u.a. ein sehr anschauliches Bild über den Todesblock 11, die Gaskammern, die Lagerküche, die Selektionsrampe und die abscheulichen Menschenversuche des Dr. Mengele. Er stellte auch das „Buch der Ermordeten“ vor, in dem alle namentlich bekannten Opfer mit ihrer Geschichte aufgelistet sind. Für viele Häftlinge war es auch mit dem Tag der Befreiung am 27. Januar 1945 nicht vorbei, da sie auf sogenannte Todesmärsche in Richtung Westen geschickt wurden.
Zum Abschluss ging er auf seine besondere Beziehung zu der 94-jährigen Sinteza Agnes Geisler ein, die im sogenannten „Zigeunerlager“ als eines von ganz wenigen Kindern wie durch ein Wunder überlebt hat. Mit Agnes, die mittlerweile leider verstorben ist, brachte er ein gemeinsames Buch heraus und besuchte mit ihr das Lager, weil sie unbedingt an den Ort zurückwollte, an dem sie ihre ganze Familie verloren hat.
Louis Pawellek hinterließ bei seinem Publikum einen bleibenden Eindruck, in der Aula herrschte eine sehr nachdenkliche Atmosphäre und zahlreiche Schülerinnen und Schüler wollten im Anschluss die Brieforiginale, die er aus der Gedenkstätte mitgebracht hatte, lesen. Herrn Pawellek gebührt großer Dank für diese wichtige Arbeit.
Text und Bilder: Mathias Schleicher








